Klaus Ernst in Würzburg

Am Sonntag, 01.02.2026, kommt Klaus Ernst nach Würzburg. Beim politischen Abend im Blauen Adler erwartet Sie ein Vortrag zu sozialer Gerechtigkeit, Frieden und wirtschaftlicher Vernunft – anschließend offene Fragerunde. Einlass 18:00, Beginn 18:30, Eintritt frei.

Klartext zu Frieden, Sozialstaat und wirtschaftlicher Vernunft

Am Sonntag, 1. Februar 2026, war Klaus Ernst in Würzburg zu Gast. Rund 50 Interessierte kamen zur öffentlichen Veranstaltung des BSW Unterfranken, um mehr über das Bündnis Sahra Wagenknecht, seine politischen Schwerpunkte und den weiteren Parteiaufbau zu erfahren.

Begrüßung und Einstimmung

Eröffnet wurde der Abend von Rebecca Hümmer, Mitglied im Landesvorstand des BSW Bayern und Beisitzerin für Unterfranken. In ihrem Vorwort machte sie deutlich, worauf viele Menschen aktuell Antworten suchen: „Seid ihr Linke 2.0 oder ein bisschen AfD?“ – und stellte klar, dass das BSW eine eigenständige Alternative sein will: nicht ideologisch, sondern orientiert an Vernunft und Gerechtigkeit. Besonders betonte sie den friedenspolitischen Anspruch des BSW – auch mit Blick auf die junge Generation und die zunehmend normalisierte Sprache von „Kriegstüchtigkeit“.

„Keine Polit-Show“: Rede von Klaus Ernst

Im Mittelpunkt stand eine rund einstündige Ansprache von Klaus Ernst – Landesvorsitzender des BSW Bayern, Mitglied im Bundesvorstand und Gründungsmitglied der Partei. Ernst war zudem 20 Jahre Bundestagsabgeordneter und ist in Unterfranken vielen aus seiner prägenden Rolle in der IG Metall bekannt. Entsprechend direkt, erfahrungsbasiert und regional anschlussfähig fiel seine Einordnung aus.

1) Frieden statt Eskalation

Ernst kritisierte, dass in Deutschland und Europa eine Logik dominieren könne, die den Ukrainekrieg eher verlängere, statt ihn mit diplomatischen Initiativen zu beenden. Besonders scharf wandte er sich gegen öffentliche Aussagen, wonach es „im Interesse“ sei, dass der Krieg noch weitergehe – und machte klar: Eine Politik, die mit „Abschreckung“ argumentiert, dürfe Menschenleben nicht zur strategischen Variable machen.

Auch die Rolle Europas wurde thematisiert: Europa habe zu lange keinen eigenen, tragfähigen Verhandlungsansatz vorgelegt und sich stattdessen auf Waffenlieferungen und symbolische Politik verengt. Ernst verband das mit der Warnung vor einer neuen Aufrüstungsspirale – gerade auch vor dem Hintergrund auslaufender oder geschwächter Rüstungskontrollabkommen.

2) Sanktionen, Energiepreise und Wettbewerbsfähigkeit

Ein zweiter Schwerpunkt war die wirtschaftliche Dimension: Ernst argumentierte, dass die Sanktionspolitik Deutschland und Europa ökonomisch stark belaste – insbesondere über Energiepreise. Er zeichnete nach, wie energieintensive Industrie (von Chemie bis Grundstoffproduktion) unter Druck gerate und Investitionen abwandern könnten. Seine zentrale Botschaft: Wer industrielle Wertschöpfung und gute Arbeit sichern will, müsse wettbewerbsfähige Energiepreise wieder in den Fokus rücken.

3) Sozialstaat verteidigen – statt Kürzungsagenda

Ernst nahm zudem eine Debatte auf, die wieder an Fahrt gewinnt: Kürzungsforderungen bei Sozialleistungen, Rente und Gesundheitsversorgung – oft begründet mit „leeren Kassen“. Er stellte dem entgegen, dass es bei Renten- und Sozialfinanzierung nicht nur um Demografie gehe, sondern um Verteilungsfragen und um die Struktur der Finanzierung (Stichworte: Lohnquote, Beitragsbemessungsgrenze, Einbeziehung weiterer Gruppen).

Gerade in diesem Teil wurde deutlich, wofür das BSW programmatisch stehen will: Soziale Sicherheit als Voraussetzung von Freiheit – und als Gegenentwurf zu einer Politik, die Belastungen nach unten durchreicht.

4) Parteiaufbau und innere Stabilität

Neben den großen politischen Linien sprach Ernst ungewöhnlich offen über die Herausforderungen einer jungen Partei: Mitgliederaufnahme, rechtssichere Strukturen, Delegiertenwahlen, Fristen, Bezirke und Kreise. Sein Punkt: Politische Wirkung entsteht nicht nur durch Positionen, sondern auch durch funktionierende Organisation – und durch eine Debattenkultur, die Konflikte aushält, ohne handlungsunfähig zu werden.

„BSW VORAN“ und Fragerunde mit Alexander Zamzow

Nach der Rede erklang das Lied „BSW VORAN“ – als bewusstes Zeichen von Aufbruchsstimmung. Anschließend folgte eine rund anderthalbstündige Fragerunde, moderiert vom Bezirksvorsitzenden Alexander Zamzow. Viele Fragen drehten sich um Friedenspolitik, Energiepreise, soziale Sicherung – aber auch um praktische Parteiarbeit vor Ort und die nächsten Schritte in Unterfranken.

Störungen vor Beginn der Veranstaltung

Vor Beginn der Veranstaltung im Eingangsbereich zu einer Aktion einer kleinen Minderheit, die sich dem BSW-Umfeld zuordnet. Dabei wurden entgegen dem Hausrecht Flugblätter verteilt und der Zugang zum Einlass zeitweise behindert. In der späteren Diskussion gab es zudem vereinzelt Zwischenrufe und unsachliche Einwürfe. Alexander Zamzow als Moderator führte die Aussprache zurück zu Sachfragen.

Wichtig bleibt die Einordnung: Die überwältigende Mehrheit der Anwesenden beteiligte sich konstruktiv, respektvoll und inhaltlich interessiert – genau so, wie politische Debatten geführt werden sollten.

Rede auf YouTube ansehen

Die Veranstaltung – inklusive Vorwort, Rede und dem Lied „BSW VORAN“ – ist als Video verfügbar.
Das Video findet ihr auf YouTube:

https://www.youtube.com/watch?v=eXBWBHvgDas

Außerdem im BSW-Blog:

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