Am Karsamstag haben wir in Würzburg beim traditionellen Ostermarsch gemeinsam mit dem breiten Bündnis „Netzwerk Friedenskooperative“ ein starkes Zeichen gegen die gefährliche Kriegsrhetorik und die zunehmende gesellschaftliche Spaltung gesetzt. Während die Bundesregierung in Berlin jede geopolitische Vernunft über Bord wirft und uns eine „Kriegstüchtigkeit“ verordnet, zeigten rund 300 Bürgerinnen und Bürger auf dem Weg vom Hauptbahnhof zum Unteren Markt, dass der Wunsch nach Diplomatie ungebrochen ist. Es herrschte eine entschlossene Atmosphäre: Wir lassen uns nicht weiter weismachen, dass wir unseren Nachbarn als Feinden begegnen müssen!
BSW als Mobilisationsmotor
Der Strukturaufbau des BSW trug in Würzburg greifbare Früchte. Mit rund 30 Teilnehmern stellte unsere Partei eine der sichtbarsten, lautesten und geschlossensten Gruppen des gesamten Marsches. Hier hat sich gezeigt, dass solide Strukturen als organisatorischer Motor der Friedensbewegung Stärke und Dynamik geben können. Wir sind gekommen, um zu bleiben und den Druck auf die Kriegstreiber zu erhöhen.
„Friedensfähig“ statt „Kriegstüchtig“
Unter dem Motto „Friedensfähig statt kriegstüchtig“ erteilte ÖKOPAX-Sprecher Thomas Schmelter bereits am Hauptbahnhof eine direkte Absage an das fatale NATO-Mantra der nuklearen Abschreckung. In seiner Analyse führte er vor Augen: Wer heute von einer „EU-Bombe“ träumt, spielt mit der Selbstzerstörung der Menschheit. Er setzte diesem Irrweg die Forderung nach einer Rückkehr zum Völkerrecht und zur Entspannungspolitik entgegen. Anstatt neuer Drohgebärden forderte er die Wiederbelebung der UN-Charta.

Soziale Kälte durch Aufrüstung
Bei der Abschlusskundgebung am Marktplatz machten die Sprecherinnen von Pax Christi und dem DGB unmissverständlich klar: Ohne Gerechtigkeit gibt es keinen Frieden! Es ist ein Skandal, dass in Deutschland Sozialleistungen gekürzt werden, während gleichzeitig Milliarden in ein sinnloses Wettrüsten fließen. Die Schere zwischen Arm und Reich klafft immer weiter auseinander, weil die Regierung die Prioritäten grundfalsch setzt. Wer Milliarden für Waffen reserviert, sät sozialen Unfrieden. Wir schließen uns den Rednerinnen an und fordern vehement ein Ende dieses Ungleichgewichts – Geld gehört in die Pflege, die Infrastruktur und die soziale Sicherung, nicht in die Taschen der Rüstungskonzerne.
Grafenwöhr im Fadenkreuz
Die Redebeiträge von ATTAC und der DFG-VK fokussierten sich auf die geplante Stationierung von US-Mittelstreckenwaffen ab 2026, insbesondere im bayerischen Grafenwöhr. Diese identifizierten sie als eine existenzielle Bedrohung für unsere Region und unser Land. Sie warnten davor, dass uns diese Waffen zu einem hochrangigen Ziel für Erst- und Vergeltungsschläge machen. Bayern werde zum Aufmarschgebiet für einen möglichen Atomkrieg, sodass diese Stationierung das Risiko unserer totalen Vernichtung erhöhe. Wahre Sicherheit hingegen entstehe durch Diplomatie, nicht durch Raketenbasen in der Nachbarschaft.
Breites Bündnis mit klarer Kante
Der Friedensprotest in Würzburg war bunt, international und unmissverständlich in seiner Botschaft. Vom gemeinsamen Singen und Skandieren bis hin zu Solidaritätsbekundungen für Kuba und der scharfen Kritik an der unberechenbaren Politik eines Donald Trump – das Spektrum war breit. Dies zeigt, dass der Widerstand gegen Militarismus und das „Recht des Stärkeren“ weit über Parteigrenzen hinausreicht. Gemeinsam mit den Gewerkschaften und kirchlichen Gruppen bildeten wir eine breite Front der Vernunft gegen die aktuelle Aufrüstungsspirale.
Protest ist kein Auslaufmodell
Der Würzburger Ostermarsch hat bewiesen, dass die Friedensbewegung lebt und durch das BSW eine neue, starke Stimme gewonnen hat. Wir werden die Militarisierung der Gesellschaft nicht tatenlos hinnehmen. Unsere Forderung bleibt klar: „Gute Bildung statt Wehrpflicht!“ – denn eine Gesellschaft, die ihre Jugend lieber an die Waffe schickt als in die Universitäten und Ausbildungsbetriebe, hat bereits verloren.
Text: AZ